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Seite 1 von 5 Immer wieder erschüttern große Skandale die Lebensmittelbranche. Wie die Firmen damit umgehen und was sich daraus lernen lässt.Text: Markus Oess Von Zerstörung sprach der österreichische Ökonom Joseph Alois Schumpeter über die Krise. Von einer schöpferischen Zerstörung immerhin, die damit Chancen biete. Zwar ist im Krisenfall das öffentliche Interesse garantiert, doch selten das Happy End. Der Schweizer Kommunikationsberater Marcus Knill formuliert etwas drastisch: „Krisen haben etwas Gemeinsames. Sie kommen unerwartet, sie sind sofort sichtbar, sie haben schwerwiegende kurz- oder langfristige Folgen, sie generieren einen massiven akuten Entscheidungs- und Aktionsdruck und sie sind ein gefundenes Fressen für die Medien.“ Der Metro-Tochter Real etwa wurde überrollt, als März 2005 bekannt wurde, dass in zwei Märkten Mitarbeiter beim SB-Hackfleisch am Mindesthaltbarkeitsdatum gedreht hatten. „Hackfleisch verdirbt Metro die Bilanz“, schrieb der Spiegel. Der Gewinn des Konzerns brach um 30 Prozent auf 649 Mio. Euro ein, wofür in erster Linie die SB-Warenhauskette geradestehen musste. „Zum einen machte der Kette der verschärfte Wettbewerb mit Discountern zu schaffen. Zudem kostete der Hackfleischskandal in zwei Real-Märkten viel Geld“, heißt es in dem gleichen Spiegel-Bericht. Nicht zu verhindern Frank Roselieb, geschäftsführender Direktor des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung und Unternehmensberatung, sagt, dass die Ereignisse damals kaum verhindert werden konnten. Allerdings lasse sich die unternehmensinterne Frühwarnung bei solchen Verstößen gegen geltende Qualitätsmanagement- Vorgaben verbessern. „Was bei Real offenkundig nicht funktioniert hat, war ein System zum Anti-Whistle-Blowing: Weil der Mitarbeiter vermutlich keine Chance sah, das vom direkten Vorgesetzen möglicherweise geduldete Fehlverhalten dem nächst höheren Vorgesetzten oder einer neutralen Stelle zu melden, ging er damit kurzerhand an die Medien.“ Hier fehlte ein anonymes Hinweisformular im Intranet oder ein Beschwerde-Briefkasten im Treppenhaus. Durch solche Hilfsmittel schafften es Unternehmen, Hinweise von Mitarbeitern auf kritische Entwicklungen im Unternehmen frühzeitig zu erhalten und noch hausintern zu bewältigen. |
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