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Treffpunkt Fleisch-Star
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Treffpunkt Fleisch-Star
Die Nominierten
Kongress mit Cometogether: Auf Einladung
der LP kam die Branche in Bonn zusammen. Das Gipfeltreffen auf dem Petersberg punktet mit Ambiente und der Gelegenheit, sich auszutauschen.

Text: Christina Steinheuer

fleischstar09„Es war eine inhaltlich gute Veranstaltung, die zudem Spaß gemacht hat“, lautete das Fazit von Branchen-Experte Jürgen Görlach zum 17. Deutschen Fleischkongress. Ambiente, Atmosphäre, Akzeptanz könnte die Erfolgsformel für die Veranstaltung sein: Mehr Sponsoren, mehr Teilnehmer, mehr Akzeptanz in der Branche hat es noch nie gegeben. Die Stimmung stimmte. Es ist die Mischung aus Kongress und Cometogether, aus Handel und Herstellern, aus Information und Insider-Gesprächen, aus Unterhaltung und Unternehmer-Treff, aus Präsenz- und Prestige-Verstanstaltung. Krönender Abschluss des Kongress-Tages war die festliche Preisverleihung. Sie wurde für drei Theken-Mannschaften, die sich um den Fleisch-Star beworben hatten, im wahrsten Sinne des Wortes zur Sternstunde. Die begehrte Auszeichnung erhielten das E-Center in Wachtberg, der HIT in Bad Dürkheim und die Kaiser's Tengelmann-Filiale in Berlin-Alt Kaulsdorf. Ihre Leistung hat Anerkennung verdient. Das gilt ohne Abstriche auch für die sechs Teams, die nominiert waren und ohne Pokal blieben. Auch ihre wirtschaftlichen Zahlen haben die Juroren beeindruckt. Dass es am Ende manchmal nur knapp nicht für einen Fleisch-Star gereicht hat, sollte als Ansporn verstanden werden.
Gewonnen - nämlich neue Sympathisanten - hat an dem Abend sicher auch der Überraschungsgast. „Wenn jemand morgens den Vögeln die Körner wegfrisst, ist es kaum verwunderlich, dass er abends nicht mehr fröhlich sein kann“, sagte Dr. Guido Westerwelle zur fleischlosen Kost und hatte die Lacher auf seiner Seite. Der Bundesvorsitzende der FDP, einer der besten Rhetoriker des Bundestages, legte nach einer künstlichen Pause aber nach: „Als Liberaler toleriere ich auch diese Lebenshaltung.“ Der in Bonn lebende Politiker is(s)t laut eigener Auskunft gerne deftig. Dem Publikum gefiel es.


Die drei besten Fleisch- und Wursttheken des Jahres

E-Center Wachtberg


Der Testmarkt für Rasting hat sich in unserem Wettbewerb an die Spitze herangetestet. Die Abteilung hat sich mehrfach beworben und stetig verbessert. Im E-Center in Wachtberg hat Abteilungsleiter Albert Schäfer (54) alles im Blick. Er ist ein Mann vom Fach, seit Jahrzehnten im Job. Die Auswahl in „seiner“ Theke ist groß. In Bedienung gibt es permanent Straußenfleisch und auch frisches Lamm (täglich mindestens drei Artikel). Getestet, aber nach einigen Monaten mangels Nachfrage wieder aus dem Programm genommen, wurden Gnu und Muffel. Überhaupt testet man hier gerne. Schließlich ist das E-Center Testmarkt für das Edeka-eigene Fleischwerk Rasting. Fast alles in der Fleischtheke wird selbst veredelt. Die Kunden mögen es hier mager. Die Kundschaft ist dank der Nähe zur Stadt Bonn, wo sich große Arbeitgeber wie Telekom und Post befinden, extrem kaufkräftig. Dem Ruf von Rasting hat man es zu verdanken, dass man hier selbst in Krisenzeiten keine Kaufzurückhaltung spürt. Richtig gut läuft der Platten-Party-Cateringservice. Vereine bestellen hier große Mengen Eisbein (200 Stück) oder auch schon mal 150 kg Spießbraten. Was Albert Schäfer bedauert: Wegen ihm und seiner Mannschaft mussten einige Metzgereien in der Gegend aufgeben. Deren fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter habe man jedoch häufig übernommen. Egal ob Bedientheke oder SB – fast alles kommt von der Edeka. Als zusätzliche Lieferanten gibt es nur Bedford und Steinhaus. In Bedienung sind permanent zehn Geflügel-, 70 Fleisch- und 190 Wurstartikel. Selbst Gebratenes wie Roastbeef läuft hervorragend. Kein Thema für die Bedienung ist Bio-Fleisch. Auf der Theke stehen fast immer Spezialitäten zum Probieren. Viele Zweitplatzierungen runden die professionelle Präsentation der Abteilung ab.

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HIT Bad Dürkheim


Täglich werden hier Mengen an regionalen, Pfälzer Spezialitäten wie Saumagen oder Leberknödel verkauft, die woanders unvorstellbar wären. Eine normale Scheibe Spießbraten kann in Bad Dürkheim bis zu 800 g wiegen – jedenfalls im HIT. Hier wird vieles selbst veredelt. Darauf ist Metzgermeister Marc Gedenk, Chef der Abteilung, besonders stolz. In der Theke hat Convenience breiten Raum. So gibt es zum Beispiel Fleischspieße im Bratschlauch, die die Kunden zu Hause ganz einfach im Backofen garen können. Ins Auge fallen auch die zahlreichen kleinen Portionen, die sich besonders für Singles und Senioren hervorragend eignen und von der Kundschaft gut angenommen werden. Insgesamt sind permanent ca. 100 Fleisch- und 250 bis 300 Wurstartikel in der Bedientheke verfügbar. Marc Gedenk und sein Team verkaufen täglich Mengen an regionalen Spezialitäten wie Saumagen, Leberknödel, Pfälzer Bratwurst etc., die woanders unvorstellbar wären. Der Renner seien die diversen Fleischkäse-Varianten. Auch Blätterteig-Artikel finden sich in der Bedientheke reichlich. Hingegen ist Bio-Fleisch nur in SB verfügbar. Von Verkostungen in Form von Probier-Tellern auf der Theke hält Gedenk nichts: „Abfüllen machen wir nicht“, erläutert er seine Philosophie. Zwecks Kundenbindung setzt er auf Aktionen wie Parkplatz- oder Kinderfest, Schlemmer-Abende und die so genannten Theken-Genuss-Probier-Tage. An der Heißen Theke (1,25 m) wird täglich zwischen 50 und 60 kg Ware verkauft, hauptsächlich Hähnchenschenkel und Fleischkäse. Mehrere Bildschirme, auf denen Image- und Produktwerbung läuft, hängen in der Abteilung von der Decke. Im ganzen SB-Regal gab es beim LP-Inkognito-Besuch nur eine Grifflücke.

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Kaiser's Tengelm. Berlin


Als Markt der „Schwarzen Linie“ bietet die Filiale in Alt Kaulsdorf ihren Kunden viel Hochpreisiges an. Deftige Fleisch- und Wurstwaren sind hier der Renner. Außergewöhnlich: Zu den Kunden der Kaiser's Tengelmann-Filiale in Berlin Alt Kaulsdorf zählen vor allem in der warmen Jahreszeit auffällig viele Jugendliche. Dem Markt ist es gelungen, weil in direkter Nähe ein Badesee ist, viele junge Leute an sich zu binden. Von der Bedientheke nehmen sie ihre Frikadellen oder Würstchen mit zum Schwimmen. Freude macht dem jungen Fleischermeister und stellvertretenden Abteilungsleiter Hans-Jörg Zimmer (26) auch der gute Abverkauf der selbstgebratenen Sachen wie Roastbeef und Kasseler. Sein Team veredelt gerne und bietet in der Theke immer wechselnde Spezialitäten an. Die Filiale ist ein Markt der „Schwarzen Linie“, bietet also generell viel Hochpreisiges und viel Premium-Ware an. So findet sich z.B. belgische Preiselbeer-Pastete in der Theke. Unter den Kunden sind viele Stammkunden, aber auch Laufkundschaft aus den umliegenden Büros. Der Markt liegt im Osten Berlins, in einer Gegend, in der die Wohnlage besser wird, aber auch der soziale Brennpunkt Marzahn in direkter Nachbarschaft liegt. Bio-Fleisch ist in Bedienung kein Thema. Richtig gut gehen hier Klassiker und Deftiges wie Hackepeter, Rouladen, Kotelett, Filet und Leberwurst. Aktiv verkaufen – das haben Zimmer und seine Kollegen verinnerlicht. Die Verkaufsgespräche sind professionell. Ist etwas nicht verfügbar – wie beim Inkognito-Besuch der Lebensmittel Praxis Pferdefleisch, was Kaiser's Tengelmann generell nicht anbietet– werden Alternativen aufgezählt und Lösungen gefunden. Die Preisauszeichnung ist perfekt. Das Team hat Potenzial! Weil die Preisschilder direkt an der Ware sind, gibt es in dieser Bedientheke keinerlei Zuordnungsprobleme.

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Fleisch-Star 2009: Die Videos
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