Freitag, 18. April 2014
 
Multichannel

Viele Wege führen zum Kunden

Flagship-Stores, Online-Shops und Gastro-Konzepte sollen die Markenwelten erweitern.
Text: Bettina Röttig, 20. April 2012
Markenhersteller aus dem Lebensmittel- und Drogeriesegment versuchen sich gerne an Absatzkanälen jenseits des Lebensmittel-Einzelhandels. Besonders beliebt sind eigene, stationäre Markenshops oder Gastro-Konzepte. Beispiele gibt es mittlerweile zahlreiche. So transferierte Nestlé bereits in den 90er Jahren sein Maggi-Kochstudio in die reale Welt, Beiersdorf betreibt eigene Nivea Häuser (Foto S. 39) mit angeschlossenen Day-Spas in Hamburg, Berlin und Dubai, Chiquita bietet Smoothies und Obst-Snacks in den gleichnamigen Fruit Bars in Deutschland, Belgien und der Schweiz an. Was dahinter steckt ist vor allem das Ziel, die Bekanntheit der Marken zu steigern, diese erlebbarer zu machen - und nicht zuletzt Zusatzumsätze zu generieren. Denn schließlich werden hier längst nicht mehr nur die Produkte wie Cremetiegel und Tütensuppen verkauft, sondern mit Merchandising-Artikeln und Erlebnis-Faktor das Markenimage in bare Münze verwandelt.

Doch nicht immer machen sich diese kostenintensiven Projekte bezahlt. So sind bereits einige Markenartikler in Deutschland mit stationären Konzepten gescheitert. Nach relativ kurzer Zeit mussten beispielsweise die Nutelleria von Ferrero in Frankfurt sowie der Concept-Store der Waffelmarke Manner in München schließen.

Auch das Frosta-Bistro in Hamburg ist mittlerweile Geschichte. Doch der Tiefkühlkost-Hersteller hat sich schon längst weitere Standbeine erschlossen. 2008 starteten die Bremerhavener die Belieferung von Büros, stellen für das Frosta Büro-Bistro TK-Truhen und Mikrowellen zur Verfügung. Nach sechsmonatiger Erprobungsphase auf einem großen Shopping-Portal ging Ende März 2012 nun der neue Webshop online. So kann sich nun auch der Endverbraucher die TK-Produkte direkt nach Hause liefern lassen. Nicht jeder Supermarkt sei in der Lage, auch jedes Produkt aus dem sehr umfangreichen Frosta-Angebot anzubieten, so die Erklärung von Andrea van Bezouwen, Managerin im Frosta-Vertrieb.

Potenzial im E-Commerce sehen immer mehr Markenartikler. Nicht immer muss es jedoch ein eigener Online-Shop sein. Hersteller wie L’Oréal, Henkel oder Procter & Gamble bieten ihre Produkte z.B. in eigenen Markenshops auf Amazon an, ersparen sich so den Aufbau eigener E-Commerce-Websites und legen gleichzeitig die Logistik in die Hände des beliebten Online-Händlers.
Weitere Beispiele zu Multichannel-Konzepten der Markenartikel-Industrie finden Sie hier.

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