Innovationstreiber
Womit Innovationstreiber punkten
Molkereiprodukte, Alkoholfreie Getränke, Tiefkühlkost sowie Süßwaren & Knabberartikel gelten als Innovationstreiber im LEH. Welche Segmente hier gut laufen und welche Trends das Geschäft beleben, hat die LP zusammengefasst.
Text: Hedda Thielking,
26. August 2011
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Was wäre der LEH ohne Innovationen? Eine langweilige Geschichte, denn sie geben dem Sortiment nicht nur wichtige Impulse, sondern Hersteller und Handel versprechen sich von Innovationen auch mehr Wachstum. Zwar entpuppen sich rund drei Viertel aller Produktneuheiten als Flopp, aber das hindert die Hersteller nicht daran, immer wieder etwas Neues aus dem Hut zu zaubern. Ob sie es wollen oder nicht, die Hersteller müssen sogar Neuheiten bringen, der Wettbewerbsdruck ist einfach zu groß. Damit eine Produktneuheit langfristig am Markt Erfolg hat, muss sie dem Verbraucher einen echten Mehrwert bieten.In der LP-Befragung HIT 2011 beurteilten Händler, welche Warengruppen in der Zeit von März 2010 bis Februar 2011 die meisten erfolgreichen Neueinführungen hervorbrachten. Grundlage dieser Befragung war die LP-Datenbank „Neue Produkte“ mit 515 Artikeln. Die ersten vier Plätze belegten folgende Warengruppen: Molkereiprodukte, alkoholfreie Getränke, Tiefkühlkost und Süßwaren/Schokolade. Im Folgenden stellen wir vor, welche Kaufkriterien und Trends bei diesen Warengruppen angesagt sind.
Molkereiprodukte
Molkereiprodukte, genauer gesagt die der Weißen Linie , sind die Warengruppe mit den meisten Neueinführungen im gesamten LEH. Rund 300 neue Artikel kommen jährlich in die Mopro-Regale. Oft handelt es sich eher um neue Geschmacksrichtungen statt um echte Innovationen. Dabei geht es mit Mango-Litschi oder Ananas-Kokos-Rum in letzter Zeit recht exotisch zu. Die Hersteller präsentieren oft neue saisonale oder auch anlassbezogene Geschmacksrichtungen. Branchenexperten stellen fest, dass die Verbraucher solche Produkte on top kaufen. Daher erhoffen sich Hersteller und Handel mit saisonalen Artikeln zusätzliche Umsätze.In der Weißen Linie sind Gesundheit und Genuss angesagt. Zudem liegen Produkte mit extra viel Frucht im Trend, bei denen die Fruchtsicht sichtbar ist. Die Verbraucher legen Wert auf möglichst natürlich hergestellte Produkte. Künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe in Joghurt & Co. kommen nicht gut an. Wichtig ist es den Kunden, dass „echte“ Früchte enthalten sind. Darauf wird Landliebe (Friesland Campina) mit der Umstellung des Sortiments auf die hochwertige Aromastufe 95/5 reagieren. Dies besagt, dass 95 Prozent der geschmacksgebenden Bestandteile aus der namensgebenden Frucht stammen müssen.
Erfolg versprechend waren bisher auch Mopros mit gesundheitlichem Mehrwert, allerdings war der Absatz von Probiotika und funktionalen Milchprodukten laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 2010 rückläufig.
Wie die Stiftung Warentest mitteilt, seien fast zwei Drittel aller frischen Milchen, die in deutschen Einkaufskörben landen, heute ESL-Milch – die länger haltbare Milch. Molkereiprodukte aus regionaler Erzeugung sind ebenfalls in. Gerade kleinere Molkereien sehen in der Regionalität ihrer Produkte eine Chance, sich am Markt zu behaupten. Die „faire Milch“ hat sich laut Milchindustrieverband aber noch nicht richtig durchgesetzt. Ihr Marktanteil liegt unter einem Prozent. Sie konkurriert als Premiumprodukt mit regionaler und Bio-Milch. Deshalb könnte es hier zu einem Verdrängungswettbewerb kommen.
Ein weiteres Kaufkriterium ist neuerdings „ohne Gentechnik“. Ob Milch, Joghurt oder Käse, immer mehr Molkereien reiten auf dieser Welle mit.
Laktosefreie Produkte sind aus dem Mopro-Regal nicht mehr wegzudenken. Laut GfK kauft mittlerweile jeder fünfte Haushalt diese Produkte ein, obwohl die meisten Käufer gar nicht unter einer Laktoseintoleranz leiden. Branchenexperten sehen bei laktosefreien Produkten daher noch großes Potenzial.
Bei den Getränken im Mopro-Regal gibt es Gewinner und Verlierer: Während der Absatz von Trinkjoghurts im Jahr 2010 um mehr als 11 Prozent zurückging, verbuchte Eiskaffee ein Absatzplus von fast 13 Prozent.
In der Gelben Linie gewinnt Ziegenkäse an Bedeutung, vor allem Ziegenfrischkäse. Laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) stieg von 2008 bis 2010 die Nachfrage privater Haushalte nach Ziegenkäse um rund 22 Prozent. Im Pre-Pack-Bereich mögen die Verbraucher Packungen mit verschiedenen Käsesorten, die getrennt voneinander abgepackt sind. Dies ist auch für Singles interessant. An der Käsetheke dürfen verschiedene Spezialitäten, sei es regional, national oder international, nicht fehlen. Ganz wichtig: Die Verkäuferin an der Käsetheke muss den Kunden den Käse mit kompetenter Beratung und Kostproben regelrecht schmackhaft machen.
TIPP:
Wer seine eigene Note ins Mopro-Sortiment bringen möchte, kann Quarkspeisen, verschiedene Frischkäsesorten und gefüllte Brie-Torten selbst herstellen. Das ist zwar mit Arbeit verbunden, dafür können Sie höhere Margen erzielen und sich von Mitbewerbern differenzieren.










