Ladenöffnungszeiten
Gegen die Wirklichkeit
Die Debatte um Ladenöffnung hielten wir längst für geführt. Pustekuchen!
Text: Reiner Mihr,
10. Februar 2012
In Nordrhein-Westfalen wird wieder über eine Verkürzung der Ladenöffnungszeiten diskutiert. Argumente, die angeführt werden, sind alt: Wettbewerb zu Lasten der Mitarbeiter, Große machen Kleine platt, kein Mehrumsatz, Familie und Freizeit leiden, die Kirche bangt um ihre Schäfchen, Kunden können ihren Bedarf früher decken... Schon mal gehört, auch nicht ganz falsch. Aber zeitgemäß?
Klar, früher war alles besser. Internet gab’s nicht, Handys kaum, alle arbeiteten von „9 to 5“, keiner verscherbelte seinen MP3-Player bei Ebay, Wein wurde noch beim Winzer und nicht bei Amazon geordert – und Politiker schrieben Verbrauchern vor, wann sie einkaufen. Heute ist der Einkauf nach 20 Uhr normal! Kunden wollen es so, Umsätze zu Spätzeiten zeigen das. Händler, die das nicht schaffen, schließen früher, weil keiner Verluste lange aushält. Normal, oder?
Spät arbeiten kann natürlich eine Belastung sein. Aber viele können nur so arbeiten. Warum diskutiert eigentlich keiner über die Arbeitszeiten von Krankenschwestern, Busfahrern, Bäckern oder Kellnern? Normal wäre, über die soziale und wirtschaftliche Ausgestaltung moderner Arbeitswelten zu sprechen. Wettbewerbsinstrument Ladenöffnung? Normal, um im Zeitalter des Online-Einkaufens mithalten zu können. Schutz für kleine Läden? Unnötig, weil jedem, der Kundenwünsche ignoriert, nicht zu helfen ist. Egal ob groß, ob klein. Normal, oder?
Themen-Wechsel: Normalität auch beim Boom-Sortiment Bio: Der Bio-Handel steht in den Ballungszentren – vor allem München und Berlin – in heftigem Verdrängungswettbewerb. Der LEH mischt ordentlich mit, profiliert sich immer mehr und ist längst eine echte Alternative zum Fachhandel.
Klar, früher war alles besser. Internet gab’s nicht, Handys kaum, alle arbeiteten von „9 to 5“, keiner verscherbelte seinen MP3-Player bei Ebay, Wein wurde noch beim Winzer und nicht bei Amazon geordert – und Politiker schrieben Verbrauchern vor, wann sie einkaufen. Heute ist der Einkauf nach 20 Uhr normal! Kunden wollen es so, Umsätze zu Spätzeiten zeigen das. Händler, die das nicht schaffen, schließen früher, weil keiner Verluste lange aushält. Normal, oder?
Spät arbeiten kann natürlich eine Belastung sein. Aber viele können nur so arbeiten. Warum diskutiert eigentlich keiner über die Arbeitszeiten von Krankenschwestern, Busfahrern, Bäckern oder Kellnern? Normal wäre, über die soziale und wirtschaftliche Ausgestaltung moderner Arbeitswelten zu sprechen. Wettbewerbsinstrument Ladenöffnung? Normal, um im Zeitalter des Online-Einkaufens mithalten zu können. Schutz für kleine Läden? Unnötig, weil jedem, der Kundenwünsche ignoriert, nicht zu helfen ist. Egal ob groß, ob klein. Normal, oder?
Themen-Wechsel: Normalität auch beim Boom-Sortiment Bio: Der Bio-Handel steht in den Ballungszentren – vor allem München und Berlin – in heftigem Verdrängungswettbewerb. Der LEH mischt ordentlich mit, profiliert sich immer mehr und ist längst eine echte Alternative zum Fachhandel.










