Der britische Lebensmitteleinzelhändler Tesco hat im Geschäftsjahr 2025/26 seine Marktposition weiter gefestigt und dabei sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert. Getrieben wurde die Entwicklung im Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr vor allem durch eine konsequente Preisstrategie sowie Effizienzprogramme zur Finanzierung von Investitionen.
Auf vergleichbarer Basis legte der Umsatz ohne Mehrwertsteuer und Treibstoff im Geschäftsjahr 2025/26 um 4,6 Prozent auf 66,6 Milliarden Pfund (rund 77,9 Milliarden Euro) zu. Einschließlich Treibstoff belief sich der Gesamtumsatz auf 73,7 Milliarden Pfund (rund 86,2 Milliarden Euro), ein Plus von 5,4 Prozent. Damit konnte Tesco seinen Marktanteil weiter auf 28,5 Prozent ausbauen und nach eigenen Angaben den höchsten Wert seit über einem Jahrzehnt erreichen.
Beim Ergebnis zeigt sich ein differenziertes Bild: Der bereinigte operative Gewinn stieg leicht um 0,8 Prozent auf 3,15 Milliarden Pfund (rund 3,7 Milliarden Euro). Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Pfund (rund 2,8 Milliarden Euro). Unter dem Strich erzielte Tesco einen Jahresüberschuss von 1,79 Milliarden Pfund (rund 2,1 Milliarden Euro), was einem Plus von 9,6 Prozent entspricht.
Online-Umsätze legen um 11 Prozent zu
Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt das Online-Geschäft. In Großbritannien stiegen die Online-Umsätze um 11 Prozent auf über 7 Milliarden Pfund (rund 8,2 Milliarden Euro). Tesco konnte damit seinen Marktanteil im Online-Lebensmittelhandel auf 35,7 Prozent ausbauen. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich der schnellen Lieferung: Der Service „Whoosh“ verzeichnete ein Umsatzwachstum von 51 Prozent auf über 400 Millionen Pfund (rund 470 Millionen Euro). Insgesamt profitierte das digitale Geschäft von einer steigenden Kundenzahl, höheren Warenkörben und operativen Verbesserungen.
Strategisch setzt Tesco weiterhin auf das Zusammenspiel aus Preisführerschaft, Qualitätsverbesserungen und Serviceausbau. Zentrales Instrument bleibt das Effizienzprogramm „Save to Invest“, das seit seiner Einführung Einsparungen von über 2,2 Milliarden Pfund (rund 2,6 Milliarden Euro) generiert hat. Diese Mittel werden gezielt reinvestiert, um Preiswettbewerbsfähigkeit und Kundenbindung zu stärken.
Murphy: Wollen Kosten des Wocheneinkaufs niedrig halten
Tesco-CEO Ken Murphy sagte: „Wir sind entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Kosten des wöchentlichen Einkaufs niedrig zu halten. Da der Konflikt im Nahen Osten zusätzliche Unsicherheit für Verbraucher und die Wirtschaft insgesamt schafft, ist dieses Engagement wichtiger denn je.“
Das Filialnetz blieb im Berichtszeitraum weitgehend stabil, wobei der Fokus weniger auf Expansion als auf Optimierung bestehender Standorte und Formate liegt. So eröffnete Tesco im Berichtszeitraum 77 Standorte und modernisierte 300 Filialen. Insbesondere kleinere, stadtorientierte Formate sowie Online-Services gewinnen weiter an Bedeutung.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Kosteninflation positioniert sich Tesco damit bewusst als wertorientierter Anbieter. Für die Branche unterstreicht das Beispiel, wie entscheidend operative Effizienz, Omnichannel-Strategien und konsequente Preisführung im aktuellen Marktumfeld sind.